Die Anerkennung der Beziehung zwischen Religion und Wissenschaft

Am gestrigen Montag haben wir uns mit dem vierten Prinzip aus Abdu’l-Bahás Ansprachen in Paris beschäftigt: Die Anerkennung der Beziehung zwischen Religion und Wissenschaft. Dieses Prinzip ist sehr umfassend, denn Abdu’l-Bahá hat erklärt, dass die Gebote der einen wahren Religion Gottes in der Vernunft begründet liegen, und alles was von der Vernunft abgelehnt werde, auch von der Religion nicht anerkannt werden dürfe. Religion ohne Wissenschaft führe zu Aberglaube und Wissenschaft ohne Religion zu Materialismus. Beide dürfen und können sich nicht ausschließen, denn die Menschheit gleiche einem Vogel, mit zwei Flügeln, der eine sei Religion, der andere Wissenschaft. Nur wenn der Vogel beide Flügel benutze, kann er fliegen, andernfalls falle er unweigerlich zu Boden.

Was man heutzutage jedoch beobachtet sieht anders aus: Wissenschaftler leugnen Transzendenz und Geistigkeit und reduzieren die Welt auf das sinnlich Wahrnehmbare, auf das Materielle, ohne die Bedürfnisse der Seele zu erkennen. Gläubige verdammen moderne wissenschaftliche Lehren, halten an Dogmen fest, die mit den Naturgesetzen nicht in Einklang gebracht werden können und befolgen leere Zeremonien, die zu keinem geistigen Fortschritt führen werden. Wissenschaftler sollen Glaube als wesentliches Element ihrer Tätigkeit anerkennen und Gläubige müssen alle Glaubensinhalte auf der Waage der Vernunft und der Wissenschaft sorgfältig prüfen und alles verwerfen was überkommen und nicht logisch ist.

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