Dienstag, 29.09.2009
Eine Gruppe junger Erwachsener hatte im Jahr 2006 in Shiraz im Süden des Iran eine behördlich genehmigte Initiative zur Erziehung und Förderung unterpriviligierter Kinder durchgeführt. Im Mai des selben Jahres wurden sie jedoch verhaftet: 53 Bahá’i und einige muslimische Mitarbeiter. Letztere wurden sofort wieder freigelassen, während die Bahá’i angeklagt wurden, mit diesem Projekt den Bahá’i-Glauben gelehrt zu haben, obwohl die Muslime in der Gruppe nicht einmal davon wussten, dass die Mitarbeiter Bahá’i sind. Alle 53 Bahá’i wurden zu Haftstrafen verurteilt, wobei bei 50 von ihnen, die dreijährige Strafe ausgesetzt wurde, sofern sie eine Klasse der islamische Propaganda-Organisation zur Umerziehung besuchten. In dieser Klasse wird die Bahá’i-Religion verschmäht und die Jugendlichen werden staatlicherseits bedrängt, ihren Glauben abzulgen und zum Islam zu konvertieren, trotz anderslautender Behauptung der Behörde.
Die drei Inhaftierten, Frau Haleh Roohi, Frau Raha Sabet und Herr Sasan Taqva wurden zwei Jahre lang in Zellen eingesperrt, die nur zur kurzfristigen Inhaftierung vorgesehen waren, wobei Herr Taqva diese Zeit in Einzelhaft verbringen musste. Die Zellen besitzen keine Fenster. Hofgang, telefonischer und persönlicher Kontakt zur Familie, medizinische Versorgung und sogar eine Grundeinrichtung der Zelle wie Tisch, Stuhl, Kissen und Matratze wurde ihnen verweigert. Gerade Herr Taqva bedurfte aber einer medizinischen Versorgung, da er nach einem Verkehrsunfall zur Jahreswende 2003/2004 starke Beinschmerzen hatte. Die notwendige Operation wurde merhmals verweigert oder verzögert, so dass er erst im Juli 2008 nach Jahren des Leidens operiert werden konnte.
Es ist erschütternd, dass diese Verstöße gegen die Menschenrechte zwar vom Büro des Beauftragten des Obersten Führers der Islamischen Republik Iran in der Provinz Fars untersucht wurden, dass diese Verstöße jedoch fortdauern, obwohl das Ergebnis der Untersuchung bestätigt, dass die verurteilten Bahá’i unschuldig sind und sogar einen großen Dienst an das iranische Volk leisteten.
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Verfasst von Soheil
Sonntag, 15.03.2009
Die Internationale Bahá’í-Gemeinde (BIC) hat sich mit einem offenen Brief an den iranischen Generalstaatsanwalt Qorban-Ali Dorri-Najafabadi gewandt. In dem Brief beschreibt die BIC, die weltweit mehr als fünf Millionen Bahá’í vertritt, die tragische Geschichte der Verfolgung der Bahá’í im Iran, ihre Unschuld in Bezug auf die gegen die iranischen Bahá’í vorgebrachten Anklagepunkte und fordert Fairness bei der bevorstehenden Gerichtsverhandlung.
Die Bahá’i in Greifswald unterstützen diesen Brief und die Forderung nach einer gerechten Gerichtsverhandlung gegen die als „Yaran“ bezeichnete Gruppe von sieben Bahá’i, die eine provisorische und informelle administrative und soziale Leitung der 300 000 Bahá’i im Iran übernahmen, nachdem ihre offiziellen Organe durch den Staat 1983 verboten wurde.
Die Yaran wurden letztes Jahr verhaftet und verbrachten etwa zehn Monate ohne Anklageerhebung und unter unterschiedlich schweren Haftbedingungen im Gefängnis. Es wird befürchtet, dass das Gericht gegen sie Todesurteile ausspricht und vollstreckt, da der Staat sie bezichtigt, Spionage für Israel zu betreiben, die religiösen Gefühle zu beleidigen und Propaganda gegen die Islamische Republik zu verbreiten.
Diese Anschuldigungen sind unhaltbar, da Bahá’i sich nicht in politische Angelegenheiten jedweder Art einmischen und ihren Hauptsitz in Israel durch die historischen Entwicklung ihres Glaubens erklären können, wobei auch der Iran selbst einen wichtigen Beitrag dazu leistete. Ferner betrachten und respektieren sie den Islam als eine Gottesoffenbarung sowie dienen dem Staat, in dem sie leben, als loyale Bürger.
Der englische und der persiche Wortlaut des Briefes können hier eingesehen werden:
http://bic.org/areas-of-work/persecution/prosecutor-general-iran-en.pdf
http://bic.org/areas-of-work/persecution/prosecutor-general-iran-fa.pdf
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Verfasst von Soheil
Dienstag, 18.11.2008
Die staatlich verordneten Repressalien gegen die Bahá’i, die im Iran die größte nichtmuslimische Gemeinschaft darstellen, wird unvermindert fortgesetzt. Die iranische Regierung hat sich zum Ziel erklärt, die Bahá’i im Geburtsland ihrer Religion und darüber hinaus auszulöschen, ihre Anhänger gelten als Apostaten, als vom wahren Glauben abgefallene. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Soheil
Dienstag, 2.09.2008
Unter http://www.koelner-erklaerung.info/ gibt es die Möglichkeit online die Kölner Erklärung zu unterzeichnen. Die ErstunterzeichnerInnen:
Claudia Roth MdB, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen; Erika Steinbach MdB, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; Florian Toncar MdB, Mitglied des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages; Volker Beck MdB, menschenrechtspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag; Kerstin Müller MdB, außenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Staatsministerin a.D.; Josef Winkler MdB, kirchenpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag; Henryk M. Broder, Publizist; Dr. Nawid Kermani, Schriftsteller und Orientalist; Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung; Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland; Martin Lessenthin, Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM); Dr. Jürgen Micksch, Vorsitzender des Interkulturellen Rates in Deutschland; Prof. Dr. Reinhold Mokrosch, Lehrstuhl für Ev. Theologie am Institut für Ev. Theologie an der Universität Osnabrück; Claus-Ulrich Prölß, Förderverein Kölner Flüchtlingsrat e.V.; Christian Zimmermann, Leiter der Hauptstadtrepräsentanz der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV); Dr. Wahied Wahdat-Hagh, Sozialwissenschaftler; Annette van Edig, Islamwissenschaftlerin; Dr. Robert Krämer, Biochemiker; Murad Bayraktar, Journalist; Jürgen Wiebicke, Journalist; Ali Mahdjoubi, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag
Auf www.koelner-erklaerung.info heißt es einleitend: „Am 13. August 2008 fand im Kölner Domforum eine Veranstaltung des Katholischen Bildungswerkes und der Kölner Bahá‘í -Gemeinde statt, um über die Situation der Bahá‘í im Iran zu informieren. Die Bundestagsabgeordnete Lale Akgün (SPD) sprach an diesem Abend ebenso wie der Schriftsteller und Publizist Günter Wallraff sowie der Beauftragte für auswärtige Angelegenheiten des Nationalen Geistigen Rates der Bahá‘í in Deutschland, Prof. Dr. Ingo Hofmann. Nachdem Frau Akgün von der Festnahme der provisorischen Gemeindeführung am 14. Mai diesen Jahres gehört hatte, bat sie umgehend beim iranischen Botschafter um einen Termin. Als die Parlamentarierin dann im Gespräch mit dem Botschafter immer wieder nach den Bahá‘í und ihrer Situation fragte, bekam sie irgendwann die Antwort, der Iran sei groß und da käme es schon mal vor, dass Menschen verschwinden. Die Kölner Bahá‘í und viele der Gäste an diesem Abend wollten das nicht einfach hinnehmen, und deshalb formulierten sie die „Kölner Erklärung“, die im Folgenden zu lesen ist. Wir werden diese in den nächsten Wochen der iranischen Regierung zukommen lassen, weil wir dies den Menschen im Iran schuldig sind.“
Zur „Kölner Erklärung“.
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Verfasst von bahaigreifswald
Montag, 1.09.2008
Mit dem Gerücht, Irans Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi und ihre Tochter seien zu Anhängern oder Mitgliedern der Bahai-Religion geworden, wollen die islamischen Behörden die Arbeit der Menschenrechtlerin verunglimpfen. Der Bericht von Bahman Nirumand erschien am 21.8. auf taz.de. Zum Artikel.
Weitere Berichte:
3sat vom 18.8.2008
Zeit Online vom 18.8.2008
Neue Züricher Zeitung vom 19.8.2008
Englischer Blog zur Unterdrückung der Baha’i:
http://the-bahais-question.blogspot.com/
Zur Verfolgung der Baha’i im Iran werden wir auch in Zukunft auf diesem Greifswalder Blog berichten.
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Kurzmeldungen, Verfolgung der Baha'i | Mit Tag(s) versehen: Iran, Menschenrechte, Verfolgung der Baha'i |
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Verfasst von Bernd